Dienstag, 24. Oktober 2017

WILLKOMMEN IM PÄDAGOGIUM! P/RE-ENACTING THE LEHRSTÜCK!



WILLKOMMEN IM PÄDAGOGIUM! P/RE-ENACTING THE LEHRSTÜCK 
"das lehrstück lehrt dadurch, dass es gespielt, nicht dadurch, dass es gesehen wird." (Bertolt Brecht)

CHILDREN OF THE REVOLUTION: In Erwartung der kommunistischen Revolution und eines neuen Staates experimentierte Bertolt Brecht ab Mitte der 1920er Jahre mit der Form der sogenannten "Lehrstücke". Ziel war ein revolutionär-politisches Theater der Kollektive, in dem es keine Zuschauer, sondern nur noch Spielende geben sollte: Ein Theater der Zukunft im Weltbürgerkrieg, ein Theater der Revolution – das Pädagogium!
THERE IS A CRACK IN EVERYTHING: Doch die historisch-revolutionäre Stunde der Kollektive kam nicht und die Lehrstücke blieben utopische bis dystopische Ausblicke in eine nie realisierte Zukunft. Die Lehrstücke schliefen und träumten – bis sie im Nachzug der 68er Studentenrevolte und des Deutschen Herbsts neu erfunden wurden.
RIGHT HERE, RIGHT NOW: Grund genug für die Leipziger Theater- und Performancegruppe friendly fire JETZT die abgebrochene revolutionäre Traumarbeit der Lehrstücke erneut gemeinsam mit dem Publikum aufzunehmen und die Gegenwart des Theaters der Zukunft zu erproben. Denn: "Wir sind das Theater, das jeden brauchen kann!" (Kafka) P/RE-ENACTING THE LEHRSTÜCK!

TEAM: Melanie Albrecht, Jemina Coletta, Jule Hermann, Jule Waizenegger, Michael Wehren

Eine Produktion von friendly fire in Kooperation mit dem Institut für Theaterpädagogik in Lingen/Hochschule Osnabrück, dem Theaterpädagogischen Zentrum der Emsländischen Landschaft, dem Deutschen Archiv für Theaterpädagogik und der Konferenz P/Re/Enact! in Berlin. Gefördert durch die Emsländische Landschaft und dem Fonds Darstellende Künste. 

Samstag, 21. Oktober 2017

PREFACE: DEMONSTRATION & GHOST TRACKS: RADIO


























Im Rahmen des Werkleitz-Festivals in Halle/Saale (21.10.-3.11.2017) werden auf Radio Corax zwei unserer Hörstücke gespielt: zum einen die Hörspielversion des Audiowalks GHOST TRACKS: KARL-HEINE-STRASSE (2013) und zum anderen das preisgekrönte Hörstück PREFACE: DEMONSTRATION! Am Sonntag, den 22.10.2017, ab 15Uhr, heißt es: TURN ON, TUNE IN, DROP OUT!

GHOST TRACKS: RADIO (2016, 28min.)                                                                                                    
Ghost Tracks - die Hidden Tracks des urbanen Raums - sind Spuren, die Geister in der Gegenwart hinterlassen: „Wie früher Geister kamen aus Vergangenheit, so jetzt aus Zukunft ebenso.“(B. Brecht) Es treten auf und scheinen durch: die Geister der Arbeit, des Krieges, der Revolution sowie des Jahres 2030. Was ist eigentlich eine Stadt? Und wie verbindet sich in ihr Arbeit, Wohnen, Alltag, Protest und Krieg? Re-enter Ghosts! Re-enter the City!

PREFACE: DEMONSTRATION (2015, 23min.)
Das Hörstück basiert vollständig auf dem Audiomaterial, das während der Anti-Legida-Demonstrationen dezentral, improvisiert und punktuell aufgezeichnet wurde. Parallel wurde es durch friendly fire kompositorisch arrangiert, bearbeitet, ge-remixt, verfremdet, und neu zusammengesetzt. Aus diesem Prozess ist ein Track zwischen Straße und Disco, LSD-Trip und Field Recording, Noise und Pop entstanden – zu gleichen Teilen Soundlandschaft wie Chor. No Legida!

TEAM: Melanie Albrecht, Michael Wehren / DANKE an Helen Hahmann
PREFACE: DEMONSTRATION (2015) - Eine Produktion von friendly fire in Kooperation mit Radio Blau und Hörspielsommer Leipzig. GHOST TRACKS: RADIO (2016) - Eine Produktion von friendly fire in Kooperation mit Radio Blau und Radio Revolten.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

DAS MUSEUM DER DEUTSCHEN

DAS MUSEUM DER DEUTSCHEN - EINE ZEITREISE IN DIE ZUKUNFT 
DANKE UND REAKTIONEN

DANKE BAUTZEN! Nach der erfolgreichen Premiere von DAS MUSEUM DER DEUTSCHEN und einer spannenden zweiten Aufführung öffnet DAS MUSEUM DER DEUTSCHEN seine Türen wieder am Sonntag, den 15.10.2017 um 17 Uhr. Also kommt vorbei und macht euch auf den Weg in eine sorbische Zukunft, in der die Deutschen schon lange aus der Lausitz verschwunden sind! 

Der MDR berichtet: "Nicht nur [ein anderer Blick] auf die Gegenwart, sondern auch auf das Theater. Das Publikum bekommt das Stück nämlich nicht auf einer Bühne serviert, sondern das Publikum wird Teil der Inszenierung. [...] Alle Möglichkeiten, die das Theater bietet werden für die Performance genutzt: Schauspiel, Puppenspiel und Musik sowie Videoinstallationen. Es geht um Leitkultur, um den geheimnisvollen Fremden und um den Menschen insbesondere. [...] Die meisten Zuschauer, darunter auch zahlreiche Sorben, waren von dem Spektakel über die verschwundenen Deutschen begeistert." Die ganze Rezension findet sich hier: http://www.mdr.de/mediathek/infothek/audio-507648.html 

Die Sächsische Zeitung spricht unter dem Titel "Wo sind bloß all die Deutschen hin?" von einer "witzig-provokanten Premierenperformance", einem "Mix aus Performance und Installation" mit "viel Interaktion", "viel Humor und etlichen verrückten Ideen", in der dem Publikum etwas "Neues geboten" werde: "Lange bleibt man nicht auf dem Boden der Tatsachen, die Museumsführer laden zur Wiederauferstehung ein, geben am Ausgang den Tipp, sich in Bautzen genau umzusehen." 

Und die Dresdener Neue Nachrichten schreibt: "Unter Leitung von Michael Wehren und im Dialog mit der jüngeren wie älteren Geschichte begeben sich die Besucher - im Mittelteil in zwei Gruppen geteilt - auf einen Hausrundgang. Der Abend ende "mit einem Experiment als leibhaftigem Abenteuer - das in einer Art Erlebnispark draußen vor der Tür wartet - und für das man tapfer sein sollte." Davon abgesehen empfand man den Abend durchaus als versöhnlich: "Denn die Sippen und Sitten der Sorben, so die Quintessenz, bergen keinerlei Gefahren und taugen nicht für krasse Feindbilder. Es sei denn, man nimmt ihre Geister nicht ernst und beraubt diese deren verbliebene Sphäre." 

Gar nicht vor Ort mit dabei, dafür umso meinungsfreudiger war K.H. von der Bautzener AFD, der von einer "sinnlosen Provokation" zum Tag der Deutschen Einheit rumorte, die das "deutsch-sorbische Verhältnis vergiften" wolle. Das zugehörige Umfeld wähnte sich ins Jahr 1984 versetzt und klärte darüber auf, gerade am Tag der Deutschen Einheit nicht auf andere Kulturen zugehen zu wollen. An dieser Stelle ein großer Dank an alle, die der AFD und ihrem Umfeld auf Facebook widersprochen haben.




Nächste Aufführungen: 15.10.2017 (17 Uhr) und 17.12.2017, Burgtheater Bautzen

Team: Melanie Albrecht, Michelle Bray, Theresa Jacobs, István Kobjela, Katharina Lorenz, Simmy Marwitz, Fabian Reimann, Jurij Schiemann, Madleńka Šołćic, Annekatrin Weber, Michael Wehren, Petra-Maria Wenzel, Lisa Zschornak
Eine Produktion von friendly fire in Kooperation mit dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen. Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen sowie die Stiftung für das sorbische Volk
Fotos: Simmy Marwitz / Simmy Photography  

Sonntag, 1. Oktober 2017

DAS MUSEUM DER DEUTSCHEN

DAS MUSEUM DER DEUTSCHEN - EINE ZEITREISE IN DIE ZUKUNFT
Premiere: 3.10.2017, 17Uhr, Burgtheater Bautzen 
Weitere Termine: 6.10.2017, 19:30Uhr / 15.10.2017, 17Uhr / 17.12.2017, 17Uhr

Willkommen in der Welt der Sorben! Seitdem DIE DEUTSCHEN verschwunden sind, ist wieder eine andere Zeit angebrochen: Die Lausitz hallt wider von sorbischen Liedern aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. So wie DIE DEUTSCHEN kamen, sind sie auch wieder gegangen und nur noch wenige Monumente und Dokumente erinnern an sie. Ja, fast kommen sie uns vor, als ob sie zu jenen Wesen und Gestalten gehören, die unsere Märchenwelt bilden und manch einer hat vielleicht in einer schwachen Stunde sogar daran gezweifelt, dass es DIE DEUTSCHEN je gegeben haben könnte. Deshalb eröffnen wir: DAS MUSEUM DER DEUTSCHEN!

Mit DAS MUSEUM DER DEUTSCHEN laden friendly fire und das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen passend zum 500sten Jahrestag des Verschwindens DER DEUTSCHEN ins Märchenland der Geschichte ein, in dem die Mittagsfrau, die Lutki, die Bludniki und DIE DEUTSCHEN wohnen. Aber Vorsicht, sonst schlägt es Zwölf und das Museum behält dich für immer auf der anderen Seite des Spiegels!

Team: Melanie Albrecht, Michelle Bray, Theresa Jacobs, István Kobjela, Katharina Lorenz, Simmy Marwitz, Fabian Reimann, Jurij Schiemann, Madleńka Šołćic, Annekatrin Weber, Michael Wehren, Petra-Maria Wenzel, Lisa Zschornak

Eine Produktion von friendly fire in Kooperation mit dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen. Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen sowie die Stiftung für das sorbische Volk. 

Foto: Miroslaw Nowotny/Theater Bautzen

Dienstag, 5. September 2017

ORTE DES PROTESTS



LABOR FÜR PERFORMATIVE STADTFORSCHUNG: DIE UNSICHTBARE STADT
8.09.-10.09.2017, Frankfurt

Frankfurt calling! Seit 2012 organisiert laPROF, der Landesverband der professionellen freien Darstellenden Künste in Hessen, Labore für performative Forschung. Das aktuelle Labor findet vom 8.09. bis 10.09.2017 in Frankfurt am Main mit dem Schwerpunkt performative Stadtforschung (Projektleitung: Jan Deck) statt. Neben LIGNA, Diana Wesser und Herder/Hahn stellen wir unsere künstlerische Arbeitsweisen vor und nehmen ORTE DES PROTESTS in den Blick: In Deutschlands Finanzmetropole suchen wir nach dem "wo" und dem "wie" der Kämpfe und der akustischen Kartographien der Revolten. Welche anderen Orte schlafen in der Gegenwart und welche anderen Gegenwarten suchen die Orte unseres Alltags heim? WALKING 'BOUT THE REVOLUTION!


Foto: Raymond Romanos

Mittwoch, 23. August 2017

PREFACE: DEMONSTRATION

PREFACE: DEMONSTRATION (23min.) goes Wittenberg! 
Die preisgekrönte Hörstückproduktion läuft am Freitag, den 25.08.2017, 20Uhr, im Rahmen des Hörspielfestivals in Wittenberg

Wie klingt Protest? Wie bringt er die Verhältnisse zum Tanzen? Wie funktioniert seine akustische Rhetorik? Und: Wie klingt Protest nach? Während der Demonstrationen gegen die FaschistInnen, Neonazis und RassistInnen von Legida in Leipzig ist eine eigene Politik des Klangs, eine eigene Klangwelt entstanden – eine Live-Bricolage aus Chören, mobilen Perkussionsgruppen, Motorengeräuschen, Pfiffen und Trillerpfeifen, Gesprächsfetzen, Durchsagen, Lachen, Schreien, Alltagsgeräuschen und und und… – ein komplexer akustischer Assoziations- und Disassoziationsraum, den friendly fire dokumentiert und zum Ausgangspunkt einer Radiokomposition genommen haben. Das Hörstück PREFACE: DEMONSTRATION basiert vollständig auf dem Audiomaterial, das während der Anti-Legida-Demonstrationen dezentral, improvisiert und punktuell aufgezeichnet wurde. Parallel wurde es durch friendly fire kompositorisch arrangiert, bearbeitet, ge-remixt, verfremdet, und neu zusammengesetzt. Aus diesem Prozess ist ein Track zwischen Straße und Disco, LSD-Trip und Field Recording, Noise und Pop entstanden – zu gleichen Teilen Soundlandschaft wie Chor. No Legida! PREFACE: DEMONSTRATION!

Eine Produktion von friendly fire in Kooperation mit Radio Blau und Hörspielsommer Leipzig. Team: Melanie Albrecht, Michael Wehren, Chöre, diverse Musikgruppen, Polizeihubschrauber, Protestierende, LVB-Durchsagen u.a. 

Sonntag, 30. Juli 2017

NIBELUNGEN: RING (2012)
























Wiederaufnahme des Audiowalks NIBELUNGEN: RING (2012) im Rahmen von Geräuschkulisse (Anmeldung+Anleitung via www.geraeuschkulisse.org)

31.07.2017, 20Uhr, Startpunkt: Endhaltestelle Lößnig - im Anschluss Gespräch mit friendly fire

Ob im Werk Friedrich Hebbels, den Opern Richard Wagners, den Stummfilmen Fritz Langs, der Musik der Ex-Velvet Underground Sängerin Nico oder in den Stücken Heiner Müllers – die Nibelungen sind ein deutscher Nationalmythos: „Deutschland spielt immer noch die Nibelungen.“ (Heiner Müller)
Die „Nibelungen“ und der „Ring“ sind ein Faszinosum der deutschen Geschichte, insbesondere dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert erscheinen sie als nationaler Gründungsmythos. Zugleich handelt es sich um einen konkreten Ort in Leipzig: 1929/1930 wurde hier im Stadtteil Lößnig unter der Leitung des Architekten und Stadtbaurats Hubert Ritter eine aus 24 Häusern bestehende Siedlung gebaut. In Form dreier konzentrischer Ringe angelegt, bilden die 624 Wohnungen der Siedlung ein „Fadenkreuz der Moderne“ (Christian Geinitz) im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ rund um den zentralen „Siegfried“- Platz und den „Nibelungenring“. Die heute auch als „Nibelungensiedlung“ oder „Rundling“ bezeichnete Anlage ist zugleich modernistische Wohnutopie wie auch eine panoptische Schauanordnung unter dem Vorzeichen eines deutschen Nationalmythos. In der Figur der Nibelungen vereinen sich somit auf engstem Raum Architektur-, Literatur-, Film- und Theatergeschichte sowie ein politischer Mythos des 19. und 20. Jahrhunderts. Nibelungen: Ring greift in Form eines Audiowalks die Splitter und Bruchstücke deutscher Geschichte im Medium des Hörens auf und lädt die Teilnehmer- Innen zu einer Wanderung durch ihre akustischen Echos ein. Denn schon von Wagner stammt der Wunsch nach einem Theater der Vorstellung: „[...] nachdem ich das unsichtbare Orchester geschaffen, möchte ich auch das unsichtbare Theater erfinden!“ Dabei ist die Leipziger „Nibelungensiedlung“ selbst Schauplatz wie Gegenstand der Aufführung: als ein dichter Erinnerungs- und Assoziationsraum, welcher sich mit dem Realraum der Anlage sowie den Entwürfen Wagners, Langs, Hebbels und anderem überlagert. In der begehbaren Performance zwischen Audioinstallation und Audiowalk begeben sich die BesucherInnen auf eine Expedition durch die unsichtbaren Imaginationsräume eines modernen Mythos und die Entwürfe eines anderen, modernen Lebens. Während die Architektur selbst als Projektionsfläche erscheint, wird der Nibelungen-Mythos zugleich als Medium der Ängste und Wünsche, der Phantasmen und des Begehrens der Moderne erfahrbar.

Eine Produktion von friendly fire. In Kooperation mit Radio Aporee, Radio Blau, Hörspielsommer Leipzig und Geräuschkulisse.